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  • Zukunftsräume- Wie wir morgen schon heute denken

    Wir leben in einer Zeit der tiefgreifender Veränderung und der Umbrüche angetrieben von technologischen Innovationen, sozialen Dynamiken und ökologischem Tatendrang. In diesem Kontext braucht es Zukunftsräume, Zukunftsinterventionen und Strategien für Zukunftsgestaltung.

    Warum nutzen wir die Zukunft?

    Das aktive Nutzen der Zukunft hilft, strategische Lock-Ins zu vermeiden und eingefahrene Denkmuster aufzubrechen. Indem Organisationen Routinen hinterfragen und den Bruch mit dem Vertrauten wagen, entsteht Raum die Organisationszukunft neu zu entdecken. Dieser Prozess ist entscheidend, um Barrieren abzubauen und den Dialog innerhalb strategischer Diskurse zu transformieren. Nur durch diesen Wandel wird organisatorisches Lernen möglich, bei dem die Mitwirkenden ihre eigenen Annahmen reflektieren und einen gemeinsamen Konsens entwickeln können.

    Ebenen der Zukunftsarbeit – Strategic Foresight und Future Literacy

    Die Arbeit mit Zukünften umfasst verschiedene Ebenen, die von individueller Zukunftskompetenz (Future Literacy) bis hin zu strategischer Vorschau (Strategic Foresight) auf organisatorischer Ebene reichen.

    Future Literacy beschreibt die individuelle Fähigkeit, sich mögliche Zukünfte vorzustellen und reflektiert auf Unsicherheiten und Chancen zu reagieren. Diese Kompetenz fördert ein breiteres Verständnis von Wandel und eröffnet kreative Ansätze, um sich auf unterschiedliche Entwicklungen vorzubereiten. Future Literacy ist eine Schlüsselkompetenz, die es Menschen ermöglicht, die Rolle der Zukunft in ihren Entscheidungen und Handlungen besser zu verstehen. Diese Fähigkeit stärkt die Vorstellungskraft und verbessert die Bereitschaft, sich auf Veränderungen vorzubereiten, sich von deren Auswirkungen zu erholen und die Zukunft aktiv neu zu gestalten. Sie fördert ein tiefes Bewusstsein für Unsicherheiten und Chancen und hilft Individuen dabei, kreative und innovative Wege zukunftsfit ihre persönliche und berufliche Entwicklung zu finden.

    Auf organisationaler Ebene ist Strategic Foresight, insbesondere Corporate Foresight, eine zentrale Fähigkeit. Corporate Foresight hilft Organisationen, systematisch Faktoren zu identifizieren, zu beobachten und zu interpretieren, die potenzielle Veränderungen auslösen können. Es geht darum, mögliche organisationale Auswirkungen zu bestimmen und geeignete organisatorische Reaktionen zu entwickeln. Diese proaktive und strategische Auseinandersetzung mit der Zukunft schafft die Grundlage für einen Wettbewerbsvorteil, indem Organisationen aufkommende Trends frühzeitig erkennen und für Disruptionen nutzen und damit resilienter und zukunftsfähiger werden.

    Die Kraft der Zukunftsräume: Wo Ideen zur Zukunft werden

    Zukunftsräume sind kreative und geschützte Denk- und Gestaltungsräume, in denen Ideen, Visionen und Szenarien für die Zukunft entwickelt werden. Sie dienen als Inkubatoren für innovative Lösungen und bieten Akteuren die Möglichkeit, sich mit potenziellen Zukünften auseinanderzusetzen. Dabei können Zukunftsräume physische Orte wie Innovationslabore oder digitale Plattformen umfassen, ebenso wie mental-konzeptionelle Räume, in denen über Paradigmenwechsel und Musterbruch nachgedacht wird.

    Charakteristisch für Zukunftsräume ist ihre interdisziplinäre und kooperative Natur. Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Zivilgesellschaft kommen hier zusammen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln, die über bestehende Denkrahmen hinausgehen. Zukunftsräume schaffen dabei auch einen geschützten Rahmen, in dem Experimente und Fehlschläge erlaubt sind – ein wesentlicher Aspekt, um Innovationen zu fördern.

    Zukunftsinterventionen: Strategien für aktiven Wandel

    Im Gegensatz zu passivem Abwarten setzen Zukunftsinterventionen auf proaktives Handeln. Sie sind gezielte Maßnahmen oder Projekte, die darauf abzielen, bestehende Systeme zu transformieren oder neue Entwicklungen zu initiieren. Basierend auf einem tiefen Verständnis von Trends, Disruptionen und systemischen Zusammenhängen werden Tools wie zum Beispiel genutzt:

    • Polak Game
    • Trendkarten
    • Trendkombinationen
    • Consumer Trend Canvas
    • Scenona Cards
    • Futures Traingle
    • Lego Serious Play Foresight ….

    Zukunftsinterventionen in die Transformation von Unternehmensstrukturen hin zu mehr Nachhaltigkeit und Resilienz wie etwa die Implementierung von Kreislaufwirtschaftsmodellen, die Entwicklung nachhaltiger Lieferketten oder die Schaffung flexibler Arbeitsmodelle. In der Gesellschaft wiederum können Zukunftsinterventionen Ansätze wie bürgergetragene Klimaprojekte oder soziale Innovationen umfassen, die auf ein inklusiveres und gerechteres Miteinander abzielen.

    Methoden der Zukunftsinterventionen

    Futureszenarien-Entwicklung: Diese Methode dient dazu, alternative Zukunftsboxen entwickelt und deren Auswirkungen zu bewerten. Unternehmen können verschiedene Möglichkeiten durchspielen, um sich auf mögliche Entwicklungen vorzubereiten und strategische Entscheidungen abzusichern.

    Design Thinking: Ein iterativer und nutzerzentrierter Ansatz, bei dem durch kreative Prozesse neue Ideen generiert und getestet werden. Design Thinking ist besonders effektiv, um innovative Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln.

    Expedition Zukunft: Futureliteracyworkshop für unterschiedliche Zielgruppen die gleichzeitig an Zukunftsaufgabenstellungen arbeiten und die Ergebnisse im Generationendialog revers pitchen.

    Zukunftslabs: Durch die Einrichtung von Testumgebungen oder „Reallaboren“ können innovative Ansätze in einem kontrollierten Rahmen erprobt werden, bevor sie im größeren Maßstab umgesetzt werden.

    Organisations-Prototyping: Die Erstellung von Organisationsprototypen ermöglicht es, Organisationsdesignvarianten schnell in die Praxis zu bringen und in realistischen Szenarien zu testen. So können Schwachstellen frühzeitig erkannt und Anpassungen vorgenommen werden.

    Systemisches Mapping: Diese Methode hilft dabei, komplexe Zusammenhänge und Wechselwirkungen innerhalb eines Systems zu verstehen. Sie ist nützlich, um Interventionen strategisch zu planen und ihre Auswirkungen zu simulieren.

    Zukunftsnarrative: Storytelling wird genutzt, um Visionen greifbar und inspirierend zu machen. Positive und plausible Geschichten über die Zukunft können helfen, Menschen zu mobilisieren und gemeinsame Ziele zu definieren.

    Bootcamp Futures Thinking, Foresight Fundamentals: Das Bootcamp bietet eine praxisnahe Einführung in Zukunftsdenken und Vorausschau. Es vermittelt zentrale Methoden und Konzepte, um strategische Entscheidungen bewusster zu treffen und kognitive Verzerrungen zu erkennen. Teilnehmende entwickeln ein „Futures Mindset“, das hilft, mentale Barrieren abzubauen und Zukunftsperspektiven in Projekte und Organisationen zu integrieren.

    Bringing Futures Thinking und Foresight into Strategy: kombiniert Zukunftsdenken und strategische Vorausschau mit praxisnaher Strategieentwicklung, Antizipation von Veränderungen und Ableitung wirksamer Maßnahmen für die Unternehmensstrategie. Es schafft Einblicke in Megatrends und deren Auswirkungen auf Ihr Unternehmensumfeld, eine Einführung in strategische Vorausschau und praxisnahe Anwendung relevanter Tools, die Fähigkeit zur Identifikation und Analyse von Trends und Veränderungsdynamiken und die Entwicklung robuster, alternative Zukunftsszenarien mit Entscheidungsrelevanz.

    Zukunftssalons: Moderierte Workshops, in denen verschiedene Akteure gemeinsam an Visionen und konkreten Lösungen arbeiten.

    Zukunftsräume sind innovative Denk- und Gestaltungsräume, in denen interdisziplinäre Akteure Visionen, Szenarien und Lösungen für die Zukunft entwickeln. Sie fördern kreative Innovationen, Experimente und nachhaltigen Wandel in Wirtschaft, Gesellschaft und Technologie.

    Zukunftsinterventionen im Kontext des digitalen Humanismus

    Ethik-Futureproof: Die Einrichtung von Ethikfutureboards und die systematische Überprüfung von Algorithmen tragen dazu bei, sicherzustellen, dass innovative Technologien vor ihrem Einsatz im Einklang mit menschlichen Werten entwickelt und eingesetzt werden.

    futurelearning Labs: unter Nutzung von 5 verschiedenen Lernräumen, der Investigate-Bereich ermöglicht es durch aktives Entdecken und selbstständiges Forschen kritische Denk- und Problemlösungsfähigkeiten zu entwickeln. Create und develop-Bereich fördert die kreative Entwicklung von Selbstreflexions- und Metakognitionsfähigkeiten. Der Exchange und interact-Bereich unterstützen kreative Synergien und ermöglichen es, unterschiedliche Perspektiven zu vereinen, um gemeinsame Ziele effektiver zu erreichen.

    Menschenzentrierte Zukunftsgestaltung: Eine menschenzentrierte Zukunftsgestaltung erfordert Initiativen wie die Entwicklung fairer und transparenter Algorithmen, die aktive Einbindung der Öffentlichkeit in digitale Gestaltungsprozesse und die Förderung digitaler Bildung, um alle Generationen auf die Herausforderungen des digitalen Zeitalters vorzubereiten mit Upskilling und Reskillinginitiativen.

    Die Verbindung von technologischen Innovationen und menschlichen Werten ist das zentrale Anliegen des digitalen Humanismus. In einer zunehmend vernetzten Welt darf Technologie nicht Selbstzweck sein, sondern muss dem Menschen dienen. Das bedeutet, digitale Werkzeuge so zu gestalten, dass sie menschliche Autonomie, Entscheidungsfreiheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Technologie und Humanismus vereint gedacht bringt den Fortschritt und gleichzeitig die Möglichkeit eine nachhaltige, gerechte und inklusive digitale Welt zu schaffen.

    Kollaboration und Reflexion verbunden

    Während Zukunftsräume die Plattform für Ideenfindung und Reflexion bieten, dienen Zukunftsinterventionen der praktischen Umsetzung der erarbeiteten Visionen. Unternehmen und Organisationen können diese Konzepte kombinieren, um strategische Roadmaps zu entwickeln, die auf den jeweiligen Kontext zugeschnitten sind. Zukunftsorientiertes Denken eröffnet zudem die Möglichkeit, Schüsselfaktoren zu identifizieren und Eigenverantwortung zu übernehmen. Es erweitert Perspektiven, fördert den kreativen Austausch und erleichtert es, innovative Ideen in die Praxis umzusetzen. In diesem Sinne ist die bewusste Auseinandersetzung mit der Zukunft nicht nur ein Werkzeug zur strategischen Planung, sondern auch eine wesentliche Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung und Transformation in Organisationen.

    Voraussetzungen für erfolgreiche Zukunftsgestaltung

    Damit Zukunftsräume und Zukunftsinterventionen ihre volle Wirkung entfalten können, bedarf es bestimmter Voraussetzungen:

    Offenheit und Mut: Die Bereitschaft, bestehende Denkmuster infrage zu stellen und unkonventionelle Wege zu gehen, ist entscheidend.

    Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Der Dialog zwischen unterschiedlichen Disziplinen und Akteuren fördert neue Perspektiven und kreative Lösungsansätze.

    Experimentierfreude: Pilotprojekte und iterative Prozesse helfen dabei, neue Ideen in der Praxis zu testen und weiterzuentwickeln.

    Langfristiges Denken: Um nachhaltigen Wandel zu schaffen, müssen kurzfristige Ziele mit langfristigen Visionen in Einklang gebracht werden.

    Systemisches Denken: Organisationen und Gesellschaften sollten die Zukunft nicht isoliert betrachten, sondern im Kontext von Wechselwirkungen und Abhängigkeiten innerhalb komplexer Systeme verstehen und planen.

    Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Angesichts der Unsicherheiten und Volatilität in der Welt ist es essenziell, Pläne und Strategien flexibel zu halten, um auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren zu können.

    Partizipation: Die Einbindung verschiedener Interessengruppen – von Mitarbeitenden bis hin zur breiten Öffentlichkeit – sorgt für Akzeptanz und Mitgestaltung.

    Zukunftsräume und Zukunftsinterventionen bieten Unternehmen und Gesellschaft die Möglichkeit ihre Zukunft proaktiv zu gestalten. Sie schaffen Räume für Innovation, Reflexion und Neues, das weit über das hinausgehen, was in traditionellen Strukturen möglich ist. Indem sich visionäres Denken mit pragmatischem Handeln verbinden, können diese Konzepte dazu beitragen, nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln – und so den Weg in eine bessere Zukunft zu ebnen.

  • New Work Treiber- 21 Trends und Intervention

    New Work Trends 2023

    Vitra Bürowelten 2023

    Themen wie flache und flexible Hierarchien, variable Arbeitsorte und –zeiten, innovative Organisationsmodelle, Strategiefokus, mental Health, Diversity, Equitiy &Inklusion – all das verquickt mit einem digital Mindset beschäftigen uns weiter 2023. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verwischen zunehmend. Auch das sorgt 2023 für Unruhe. Diese Aufgabe richtig zu lösen, bedeutet New Work. New Work ist also kein Programm, kein Prozess, sondern eine Frage der Haltung, der Kultur und Führung. Hier ein paar Trends, die rasch umgesetzt, New Work beschleunigen können.

    Was sind die wesentlichen New Work Trends und die damit verbundene Aufgaben?

    1. Talent Scout
      Talent Scouts sind Mitarbeiter im Unternehmen, die sich bei der Suche nach passenden Talenten engagieren. Sie sind Empfehler und teilen Jobs in ihrem eigenen Netzwerk. Sie sind Teil des Recrutingprozesses und gestalten so das Organisationswachstum aktiv mit. Sie sind Markenbotschafter und die authentischste Art zu rekrutieren. Je zufriedener die Mitarbeiter sind, desto eher spricht sich dies herum und zieht wieder weitere Talente an.
    2. Cultural Fit
      Harmoniert der Kandidat mit seinen eigenen Wünschen und Werten mit den Unternehmenswerte und der Unternehmenskultur wirkt sich die positiv auf seine Performance, seine Motivation und weist eine hohe Bindung ans Unternehmen. Je unkonkreter die Kultur formuliert und sichtbar ist, desto länger dauert die Suche. Wichtig dabei kultuelle Passsung heißt nicht Anpassung oder Mangel an Vielfalt. Mitarbeitenden brauchen eine sichtbare Kultur, bei der Empathie und Dialog im Mittelpunkt stehen.
    3. Work from anywhere
      Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren stetig, und durch die Einflüsse des letzten Jahres dann noch viel rascher, vom statischen Büroarbeitsplatz zu flexibleren Arbeitsmöglichkeiten entwickelt. Durch den technologischen Fortschritt und im Speziellen durch die Digitalisierung und einer flächendeckenden Erreichbarkeit, sind MitarbeiterInnen nicht mehr an einen fixen Arbeitsplatz gebunden, sondern können mobil von verschiedenen Orten aus ihre Arbeit verrichten.
    4. Diese Veränderungen müssen sich auch in der Unternehmenskultur wiederfinden. Zukünftig werden BewerberInnen einen Arbeitgeber auch wegen der möglichen Arbeitsformen auswählen. Das bedeutet, wenn Unternehmen attraktive Arbeitgeber sein wollen, müssen sie auch die entsprechenden Möglichkeiten anbieten.
    5. Neue Bewerber suchen sich Arbeitsformen aus
      Arbeitskräfte bzw. Fachkräftemangel führt zu einer Machtverschiebung. Bewerber können nicht nur sagen, was sie von einem guten Job erwarten – zumindest die gut Ausgebildeten sitzen auch am längeren Hebel, diese Wünsche durchzusetzen. Flexible Arbeitszeiten und -orte, Vier-Tage-Woche, Regeln gegen ständige Erreichbarkeit, klare Antworten auf die Frage nach dem Sinn der Arbeit, das und vieles mehr setzen viele Bewerber inzwischen als selbstverständlich voraus.
    6. Question of Meaning
      Das Lösen von Zukunftsaufgaben bestimmt das Tun und stiftet einen neuen Sinn von Arbeit. Kombinieren Sie Zweck und Gewinn.
    7. Social Entrainment und Talentpassung
      „Gleich zu ticken“ beschreibt einen Zustand eines ähnlichen Denkens und einem damit verbundenen Vertrauen ineinander.
    8. Pro Aging goes real
      Alt werden steht für̈ Lebenserfahrung und einen entspannten und weitsichtigen Umgang mit komplexen Herausforderungen
    9. Inside the box Revolution
      Die Arbeitswelt von morgen hört auf die Ideen der MitarbeiterInnen und verwandelt diese in Innovationen. In den letzten Jahren hat sich die Unzufriedenheit verstärkt, sodass immer mehr Mitarbeitende ihre Unternehmen verlassen wollen, in denen sie sich nicht einbringen können.
    10. Playful work
      Nur wer Arbeit als Spiel begreift und lebt, hat das Potenzial, Kreativität zu entfalten und Innovationen voranzutreiben.
    11. Trained Talents
      Fortwährende Qualifizierung, Corporate Learning und Challenges, persönlich zugeschnittene Entwicklungsangebote, reverse Mentoring, Freiraum zur persönlichen Entfaltung
    12. New Work
      Das Thema Lösungen für New Work im Blue Collar Bereich finden, wird uns 2023 beschäftigen. Bisher haben wir viele Maßnahmen im Dienstleistungsbereich und Office umgesetzt. New Work ist ein ganzheitlicher Ansatz und hat daher auch in anderen Sektoren Relevanz.
    13. Workplace reloaded
      Aufbau einer unternehmensinternen Netzwerkmentalität, Nutzung sozialer Inhalte und Community Strategien, Unternehmen als organisches Konstrukt mit unternehmerischer Resilienz, kluge und kreative Kombinationen zwischen Wissen und Praxis
    14. Talente suchen fluide Strukturen und liquid Leadership
      Flache und flexible Hierarchien, variable Arbeitsorte und –zeiten, innovative Organisationsmodelle, alternative Karrieremodelle. Reflexion, Empathie, Austausch, Coaching, Digital Mindset, Ent-Führung. Immer mehr Menschen wollen freiberuflich tätig sein (Solopreneurship). Die alten Strukturen aus Hierarchien, Planung und Fehlervermeidung sind unpassend für die schnelllebige Welt.
    15. Mental Health
      Das Thema ‚mentale Gesundheit‘ gewinnt beim Arbeiten auf Distanz immer mehr an Bedeutung Psychische Gesundheit ist Unternehmensgesundheit. Talente schauen sehr klar darauf
    16. Workation
      Für 62% aller Befragten ist es bei der Jobwahl ausschlaggebend, ob der Arbeitgeber eine Workation anbietet zumindest einmal jährlich die Option, für mindestens 1-2 Wochen an einem Urlaubsort arbeiten zu dürfen. Konkret geben 62% aller Befragten an, dass es für sie der Jobwahl entscheidend ist, ob der Arbeitgeber eine Workation anbietet. 51% der Befragten bevorzugen einen Arbeitgeber, der ihnen im Arbeitsvertrag eine Workation anbietet, wohingegen nur 38% der Befragten ein höheres Gehalt vorziehen würden. Auch in einem bestehenden Arbeitsverhältnis würden 40% der Befragten eine 14-tägige Workation einer Gehaltserhöhung vorziehen.
    17. Talente geschwind anziehen
      Geschwindigkeit und Genauigkeit gewinnen. Talente suchen prompte Reaktionen auf Ihre Fragen, Sie brauchen ein schnelles, zügiges und professionelles Recruiting. Talente warten nicht zwei Wochen auf ein Vorstellungsgespräch und Mitarbeiter ebenso.
    18. Quiet Quitting
      Mitarbeiter gehen nicht mehr die Extrameile. Ein Begriff der von Zaid Zeppelin auf Tik TOK geprägt- Arbeit ist nicht dein Leben, dein Wert als Mensch definiert sich nicht über deine Produktivität, Quiet Quitter mögen ihren Job! (im Unterschied zur inneren Kündigung)
    19. Blind Signing
      Mitarbeiter, die über Linkedin oder telefonisch angesprochen werden, daraufhin ein Erkundungs/Bewerbungsgespräch per Zoom haben, die Stimmung und Chemie zwischen dem Mitarbeiter und dem/der Recruiterin passen, im Anschluss wird gleich der Arbeitsvertrag ausgestellt. Keine Woche liegen zwischen der ersten Kontaktaufnahme und Unterschrift. Doch ein paar Monate später beschleicht den Mitarbeiter das ungute Gefühl, dass die Versprechungen aus dem Vorstellungsgespräch und seine Vorstellungen dem „reality check“ nicht standhalten.
    20. Career Cushioning
      Im Career Cushioning geht es darum, präventiv einen Notfallplan für den Fall zu erstellen, dass die Zukunft Ihres Arbeitsplatzes in Gefahr ist. Das Wort kommt vom englischen Verb „cushioning“: Einen Rückschlag abfedern. Es ist wie ein Sicherheitsnetz für den Fall, dass die aktuelle Beschäftigung aus dem einen oder anderen Grund – sei es eine unerwünschte Umstrukturierung oder eine drohende Entlassung – durch die Maschen fällt. Auch Plan B genannt
    21. Fridge-hiring
      Unternehmen stellen Talente ‚kalt‘, bis sie eine geeignete Stelle für sie finden. Damit soll dem Personalmangel entgegengewirkt werden

    Die Zutaten für ein gutes Leben und Arbeiten wurden von der Harvard Medical School in einer Langzeitstudie erfasst. Und die Ergebnisse sind klar: Als eindeutig am wichtigsten gute Beziehungen. Gute Beziehungen machen uns gesünder und glücklicher. Faktoren wie beruflicher Erfolg, Wohlstand, ausreichende Bewegung und gesunde Ernährung sind zwar nicht unwichtige Faktoren für das Wohlbefinden. Entscheidend sind aber gute Beziehungen, in denen man einander unterstützt, sich geschätzt, anerkannt und nicht ausgebeutet fühlt

    Studie: The Good Life -Ergebnisse aus 84 Jahren Harvard Medical School -Glücksforschung Robert Waldinger & Marc Schulz

    Lesenswert auch : Gartners 9 Zukunftstrends 2023

  • Next WORK-Arbeitsformen der Zukunft

    Auf Grund der überwiegend positiven Erfahrungen mit dem mobilen Arbeiten wird es kein simples „alle kehren zurück ins Büro“ mehr geben. Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren stetig, und durch die Einflüsse des letzten Jahres dann noch viel rascher, vom statischen Büroarbeitsplatz zu flexibleren Arbeitsmöglichkeiten entwickelt. Durch den technologischen Fortschritt und im Speziellen durch die Digitalisierung und einer flächendeckenden Erreichbarkeit sind MitarbeiterInnen nicht mehr an einen fixen Arbeitsplatz gebunden, sondern können mobil von verschiedenen Orten aus ihre Arbeit verrichten.

    Für die nachhaltige Entwicklung des hybriden Arbeitens braucht es eine aktive Gestaltung dieses Weges – so etwas wie eine Workplace Culture Strategy. Sie sollten sich auf mögliche Szenarien vorbereiten und Antworten auf jene Fragen der MitarbeiterInnen haben, welche diese jetzt zu „Next Work“ in Ihrem Unternehmen haben.

    Dabei entscheidende Multiplikatoren einer solchen Workplace Culture Strategy sind die Führungskräfte, daher werden diese zukünftig eine noch größere Leadership Kompetenz benötigen.

    Arbeitsthemen

    • Next Work – Wie meistern wir die Transformation?
    • Veränderte Arbeitswelten – Welche Auswirkungen haben diese auf die Arbeitssituation?
    • Unterschiedliche Arbeitstypen – Welche Arbeitsform passt für wen?
    • Führungsverständnis – Welches braucht es beim hybriden Arbeiten?
    • Liquid Youth – Welchen Einfluss hat dieser Lebensstil auf die Arbeitswelten?
    • Remote Teaming – Wie können wir Teamentwicklung über die Distanz fortführen?

    Nutzen

    • Sie wissen, welche Vorteile Next Work bietet, und können diese für Ihr Unternehmen nutzen.
    • Sie kennen die wichtigsten Voraussetzungen die zu erfüllen sind, um diese neuen Arbeitswelten umsetzen zu können.
    • Sie wissen über die unterschiedlichen Bedürfnisse der Generationen Bescheid, und können diese für Ihr Unternehmen nützen.
    • Sie kennen Methoden der Kommunikation und Führung, die Sie in der digitalen Arbeitswelt effizient umsetzen können.
    • Sie wissen, wie Sie agile und situative Führung einsetzen können, um Motivation und Engagement der MitarbeiterInnen zu fördern.
    • Sie können hybrides Arbeiten sowohl bei einzelnen MitarbeiterInnen, als auch beim gesamten Team unterstützen und sinnvoll einsetzen.

    Welchen Methoden, Formate nützen wir ?

    Persönliche Beratung, Coaching, Sparringspartner, Interviews, Workshops, Teamentwicklung, Aus- und Weiterbildung, Best Practice, (Reverse) Mentoring, Re-teaming, Zukunftssalon, SIY, WOL

    Wen sprechen wir an?

    Vorstände, GeschäftsführerInnen, Führungskräfte und MitarbeiterInnen aus allen Bereichen einer Organisation, die an einer erfolgreichen Umsetzung von Next Work interessiert sind.

    Wir diskutieren mit Ihnen über die Arbeitsformen der Zukunft und geben einen Einblick in bewährte hybride Lösungen und den Weg dorthin

    17.8.2021 um 10-11 Uhr

    u.A.w.g udsw@arbeitanders.com

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  • The Voice of Diversity

    Diversität und ihre Chancen

    2004 trat das österreichische Gesetz, die Richtlinie 2000/43/EG  (Antirassismusrichtlinie) und Richtlinie 2000/78/EG (Gleichbehandlungsrahmenrichtlinie) in Kraft. 2006 folgte die gesetzliche Grundlage in Deutschland. Das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) beschreibt das „Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verhindern und beseitigen soll.“ und bietet damit erstmals den rechtlichen Rahmen für eine eine Einbettung von Diversity in die Gesellschaft und damit einhergehend die Unternehmenskultur. Gesetzliche Rahmenbedingungen und die Diversity Charters der EU sind Grundlagen, viel wichtiger ist allerdings die tatsächliche selbstverständliche Einbettung von Vielfalt und Chancengleichheit.

    Wie erfolgt die Umsetzung in der Unternehmenspraxis? Und was bringt Diversity überhaupt im Unternehmen?

    Diversity nimmt im Unternehmen einen immer wichtigeren Platz ein.
    Diversität in Unternehmen besitzt in Zeiten der Komplexitätszunahme und Globalisierung zunehmende Wichtigkeit.

    Zur Bedeutung von Diversity

    Es gilt ein Arbeitsumfeld im Unternehmen zu schaffen in dem alle Beschäftigten, die gleiche Wertschätzung und Förderung erfahren. Dazu bedarf es Diversity- Tage, Themenkonferenzen, Studien, Vielfältigkeitswerkstätten, runde Tische und viele andere Formate, die alle das gleiche Ziel haben: erstens angemessene Repräsentation von Unterschiedlichkeit und auch „die Erkenntnis, dass uns Vielfältigkeit grundlegend bereichert.“ Dies zu erkennen und zu sehen, insbesondere im Unternehmenskontext. Rainbow Washing und Pinkwashing hilft zur Sensiblisierung und ist ein guter erster Schritt, braucht aber in der Folge Umsetzungsprojekte, da insbesondere der Konsument damit nicht zufrieden ist. Sich dementsprechend wirklich um das Konzept von Diversity Gedanken zu machen, ist wichtiger Bestandteil von modernen Unternehmen und deren Kultur.

    Diversität und die Verhinderung des Stereotype Threat

    Der Stereotype Threat wurde 2007 von Roberson und Kulik festgehalten und bezeichnet die Angst davor, Stereotypen konfrontiert und aufgrund dieser negativ beurteilt zu werden. Sowie durch das eigene Verhalten, die Stereotypen, die um die eigene Gruppe kreisen, zu bestätigen. Oft führt diese Angst bei Menschen, die von diesem Stereotyping besonders betroffen sind, zu Leistungseinbußen. Insbesondere bei leistungsmotivierten MitarbeiterInnen aus marginalisierten Gruppen, die schwierige Aufgaben zu erfüllen haben.

    Die Umgehung dieses Stereotype Threat legt also Nahe, das Unternehmen so zu gestalten, dass der Eindruck eines Stereotyping überhaupt gar nicht erst entsteht. Dass das Unternehmen dementsprechend divers gestaltet sein sollte. Zudem geht es bei den betriebswirtschaftlichen Konzepten von Diversity vor allem um Nutzung verschiedener Perspektiven als eine Ressource. Eine, die in Geschäftsabläufe sinnvoll integriert, zusätzlich Performance verbessern kann.

    Zahlen und Fakten: Studien zum Thema Diversity, Performance und Profitability

    Eine Studie mit dem Namen „Diversity Wins„, die vom US-Unternehmen McKinsey durchgeführt wurde, fand heraus, dass die Unterschiede zwischen Unternehmen, die sich um Diversität kümmern und solchen, die das nicht tun, zunehmend wachsen: So performten im Jahr 2014 die Unternehmen, die sich um Geschlechterdiversität kümmern 15 Prozent besser, im Jahr 2020 performten die Unternehmen, die sich überdurchschnittlich um Geschlechterdiversität kümmern um 25 Prozent besser. Das bedeutet, dass der Gap zwischen Unternehmen mit und ohne Geschlechterdiversität auch weiterhin wächst. Mit zunehmender Komplexität wird es in Zukunft in den Unternehmen immer wichtiger Diversität zu leben. Ein ähnliches Bild zeigte sich übrigens beim Faktor „Ethnicity“, bei dem ein 35prozentiger Unterschied in der Performance festgestellt werden konnte.

    Eine weitere Studie der PageGroup kam zu dem Ergebnis, dass vor allem Teams effektiver arbeiteten, wenn sie gemischt bzw. divers waren. So geben dort Befragte mehrheitlich an, von einer besseren Zusammenarbeit in Teams (52 Prozent),einer gesteigerten Mitarbeiterbindung (50 Prozent) und einer höheren Innovationskraft (27 Prozent) zu profitieren. Diversity verbessert Teamsituationen und die Zusammenarbeit also wesentlich.

    Die eigenen Privilegien reflektieren

    „Check your Privilege!“ lautet ein US-Amerikanischer Ausdruck für das Reflektieren der eigenen Privilegien gemäß dem Intersektionalitätskonzept. Dieses Konzept besagt, dass eine Person je nach eigener individueller Ausprägungen von klassenspezifischer, ethnischer und geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sein kann, also von verschiedenen Diskriminierungsarten und -formen. Die eigenen Privilegien in diesen 3 Dimensionen zu erkennen und welche Zusammenhänge zwischen ihnen bestehen ist hierbei enorm wichtig. So sind zum Beispiel Managementpositionen oft eher weiß, männlich und aus der (oberen) Mittelschicht besetzt. Sich selbst also auch hinterfragen zu können, ist für diverse Unternehmen von Bedeutung.

    Diversity im Unternehmen verankern

    Um Diversity personell und persönlich umsetzen und leben zu können, gilt es vor allem, Offen für Beziehung zu sein: Zuhören, mit Respekt entgegenzutreten, dem Gegenüber zu vermitteln dass man ihm vertraut (auch um dem Stereotype Threat entgegenzuwirken), einen Perspektivwechsel einzunehmen und so gut wie möglich zu versuchen, die Position der Person nachzuvollziehen. Tabuthemen und blinde Flecken der Organisation können hinterfragt werden. Stereotyping wird entlarvt.

    Erst dann kann die Unternehmenspraxis wirklich inklusiv werden und sich dem Diversitätskonzept nicht nur nähern, sondern es auch wirklich umsetzen. Hierzu bieten sich Methoden wie Sounding Board, die bei Veränderungen aktiv Meinungen von Betroffenen einholt, Vertrauen ist gut, um dem Stereotype Threat entgegenzuwirken, der Zukunftssalon, bei dem es darum geht, miteinander, statt aneinander vorbei zu reden, sowie Agil als Führungskraft, um Selbstreflektionsprozesse, vor allem für eigene Privilegien, anzuregen.

    Roberson L, Kulik CT (2007) Stereotype threat at work. AoM Perspekt

    Rainbow Washing Is A Thing, Here’s Why It Needs To Stop | Urban List (theurbanlist.com)

    Diversity wins: How inclusion matters (mckinsey.com)

    Intersektionalität (uni-bielefeld.de)

    “It’s a Man Who Runs the Show”: How Women Middle-Managers Experience Their Professional Position, Opportunities, and Barriers – Unnur D. Einarsdottir, Thora H. Christiansen, Erla S. Kristjansdottir, 2018 (sagepub.com)

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